Vom 27. bis 29. März hat sich Team G Allgender in der Sportschule Steinbach in Baden-Baden getroffen, um sich auf den anstehenden Roller Derby World Cup 2026 in Orléans vorzubereiten. Zwei Tage der finalen Vorbereitung – und des Zusammenwachsens als Team.
Was dieses Training besonders gemacht hat, war weniger ein einzelner Moment auf dem Track, sondern vielmehr das Drumherum. Bei früheren Trainings sind nach langen Tagen in der Halle dann doch alle wieder in ihren Unterkünften verschwinden. Diesmal haben wir zusammengewohnt, zusammen gegessen und die Abende gemeinsam ausklingen lassen. Gespräche, Spiele und das gemeinsame Runterkommen nach intensiven Einheiten – all das hat dem Wochenende eine andere Qualität gegeben. Die Rahmenbedingungen haben dazu perfekt gepasst. Die Sportschule bot genau die richtige Mischung aus Ruhe und Struktur: gutes Essen, angenehme Zimmer, kurze Wege und vor allem das Gefühl, sich um nichts kümmern zu müssen. Dadurch konnten wir den Fokus komplett auf das legen, worum es ging – das Team und die Vorbereitung auf das Turnier. Inhaltlich lag der Fokus darauf, alles noch einmal bewusst durchzugehen. Taktiken und Strategien standen genauso auf dem Plan wie der Umgang mit konkreten Spielsituationen, die uns in Orléans erwarten könnten. Seit klar ist, gegen welche Teams wir antreten – Australien, Argentinien und Katalonien – hat sich der Blick nochmal geschärft. Beim Training ging es darum, Sicherheit zu gewinnen: in Entscheidungen, in Abläufen und in der Kommunikation auf dem Track. Ein Moment, der Vielen im Kopf bleiben wird, hatte allerdings nichts mit Spielzügen oder Hits zu tun. In einer Team-Building-Einheit haben wir uns gemeinsam auf den Track gestellt und sind ihn Schritt für Schritt abgelaufen – mit der Aufgabe, uns vorzustellen, wie sich das Ende des World Cups anfühlen wird. Wie wir nach Hause fahren, was wir erzählen werden und was wir aus dieser Zeit mitnehmen. Im Vorfeld wurde unsere gemeinsame Reise der letzten acht Monate nochmal sichtbar gemacht – angefangen bei den Tryouts im September bis zu genau diesem Wochenende. Erst dadurch wurde vielen wirklich bewusst, wie viel Zeit, Energie und Emotion in diesem Team stecken. Die anschließenden Gespräche darüber, mit welchen Erlebnissen und Gefühlen wir aus Orléans zurückkommen wollen, haben sensible Einblicke in die Gedankenwelt der anderen gegeben.
Mit dem näher rückenden World Cup wächst die Vorfreude – aber auch eine gewisse Unruhe. Für viele im Team war diese Vorbereitung über Monate hinweg ein zentraler Bestandteil ihres Alltags. Die Aussicht auf das baldige Ende dieses Abschnitts lässt unweigerlich die Frage aufkommen, was danach folgt. Zugleich ist die Zielsetzung klar: Wir wollen die Vorrunde überstehen und uns im Mittelfeld behaupten. Vor allem aber möchten wir zeigen, was wir uns in dieser Zeit erarbeitet haben. Am Ende dieses Wochenendes überwiegt deshalb nicht das Gefühl, einfach ‚fertig‘ zu sein, sondern vielmehr das Vertrauen, dass alles da ist, was wir brauchen. Die Abläufe sitzen, die Kommunikation funktioniert – und als Team haben wir eine gemeinsame Basis geschaffen, auf die wir uns jederzeit verlassen können. Und vielleicht ist genau das der Punkt, der über das Turnier hinausweist. Dieses Training hat uns nicht nur auf Orléans vorbereitet, sondern uns auch gezeigt, welches Potenzial im Team G Allgender steckt, wenn man ihm Zeit und Raum gibt. Für Leute aus dem World-Cup als auch dem Trainingskader ist der Wunsch groß weiterzumachen – gemeinsam zu trainieren, sich weiterzuentwickeln und das, was in den letzten Monaten entstanden ist, nicht als einmaliges Projekt zu betrachten. In diesem Sinne ist Orléans nicht nur das Ziel dieser Reise, sondern möglicherweise auch der Ausgangspunkt für alles, was danach kommt.


