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Stellungnahme: Englisch ist keine inklusive Sprache

Englisch wird heute oft als internationale Verkehrssprache verwendet – in der Wissenschaft, der Wirtschaft und zunehmend auch im Alltag. Dennoch ist Englisch keine inklusive Sprache, insbesondere nicht in gesellschaftlichen, kulturellen und bildungspolitischen Kontexten.

Zunächst einmal ist zu betonen, dass nicht jede Person Zugang zu qualitativ hochwertigem Englischunterricht hat. Menschen mit Migrationshintergrund, sozioökonomischen Nachteilen oder bestimmten Bildungsbiografien werden durch die Erwartung, Englisch zu beherrschen, häufig benachteiligt. Dies führt zu strukturellen Hürden.

Zudem verstärkt die Dominanz des Englischen sprachliche Ungleichheiten. Wer Englisch nicht fließend spricht, wird schnell als weniger kompetent wahrgenommen – unabhängig von tatsächlichem Wissen oder Können. Dies kann nicht nur das Selbstbewusstsein beeinträchtigen, sondern auch zur Ausgrenzung führen. Inklusion bedeutet, verschiedene sprachliche Hintergründe anzuerkennen und wertzuschätzen – nicht, sie durch eine dominante Weltsprache zu ersetzen. Eine inklusive Sprachepraxis sollte vielmehr Mehrsprachigkeit fördern einbeziehen.

Fazit: Englisch kann in bestimmten Situationen nützlich sein – aber es ist keine inklusive Sprache. Wahre Inklusion erfordert den bewussten Umgang mit sprachlicher Vielfalt und den Abbau von sprachbedingten Barrieren, nicht deren Verfestigung durch eine vermeintlich „neutrale“ Weltsprache.