Roller Derby hat den Anspruch als Sport ein Schutzraum für von Diskriminierung betroffenen Personen zu sein. Dazu zählt auch ganz klar, Menschen unabhängig von ihrer Geschlechtszugehörigkeit bei uns einen sicheren Raum zu bieten, in dem sie sich entfalten und ihre sportlichen Ziele erreichen können. Unsere Positionierung dazu ist auch in unserer RDD Sportordnung festgelegt.
Der Spielbetrieb ist in die Klassen FLINTA* und all-gender unterteilt. FLINTA* steht für Frauen, Lesben, inter* Menschen, nicht-binäre* Menschen, trans* Menschen und agender* Menschen. Der Stern steht repräsentativ für alle weiteren Geschlechtszugehörigkeiten, die sich diesen Überbegriffen zuordnen. Entscheidend für die Zuordnung der Sportler*innen zur Klasse FLINTA* ist deren Zugehörigkeit. Sportler*innen sind in allen Klassen spielberechtigt, die sie für sich als passend empfinden. In der Klasse all-gender sind alle Sportler*innen unabhängig von ihrer Geschlechtszugehörigkeit spielberechtigt. Vermeintliche medizinische Kriterien finden bei der Einteilung aller Klassen keine Berücksichtigung.
Wir stellen uns klar gegen Narrative, dass bestimmte Geschlechtszugehörigkeiten nur Phasen, komische Gefühle oder ausgedacht sind. Das ist schlichtweg einfach nicht wahr. Wir reden hier von Lebensrealitäten, die es auch nicht erst seit gestern gibt. Das ständige in Fragestellen von nicht-heteronormativen Geschlechtszugehörigkeiten negiert diese Lebensrealitäten. Auch wenn das neue Selbstbestimmungsgesetz es Menschen ermöglicht ihr Geschlecht auch korrekt eintragen zu lassen, sollte es bekannt sein, dass es Menschen gibt die diesen Prozess (noch) nicht durchgehen möchten aus verschiedensten Gründen, z.B. Angst vor Outing-Situationen im Alltag und damit einhergehende Gewalt.
Wir als Roller Derby Community spielen in der FLINTA* Spielklasse nach den Regeln der WFTDA, unserer internationalen Dachorganisation, die sich ebenfalls so positioniert, wie wir das als Sportkommission Roller Derby Deutschland tun.
Es wird argumentiert, dass statistische Erhebungen diese Abfrage für eine realistische Abbildung benötigen. Wenn hier aber die nicht-heteronormativen Geschlechtszugehörigkeiten infrage gestellt werden, als Phasen, komische Gefühle oder als ausgedacht dargestellt werden, dann verfälscht es die Realität, die angeblich abgefragt werden soll. Dann können wir uns gern die Frage stellen, wem diese Statistiken eigentlich nützen.
Es ist auch unangemessen zu erwarten, dass Menschen Geburtsurkunden oder andere Nachweise vorlegen müssen, um am Ende Teilhabe in einem sportlichen und gemeinnützigen Raum zu erhalten. Das sind Vorgehensweisen, die wir nicht unterstützen und die stark an Verfahren aus Zeiten erinnern, in denen Menschen genau aufgrund von bestimmten vermeintlichen Merkmalen als unwertig kategorisiert worden sind. Das wird es bei uns in der Roller Derby Community nicht geben.
Wir stehen ganz klar zu trans*, inter* nicht-binären* und agender* Personen und wir werden alles Nötige tun, um diese zu schützen, gerade in diesen unsicheren politischen Zeiten. Jede Person, die einem marginalisierten Geschlecht angehört, ist ungeachtet ihres Aussehens oder des ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlechts willkommen und muss sich nicht in Form von Dokumenten offenbaren. Die geschlechtliche Zugehörigkeit der Mitglieder der RDD wird als vertraulich und privat behandelt, bis die betreffende Person entscheidet, zu welchem Zeitpunkt, an welchem Ort und in welchem Kontext sie diese Information offenlegen möchte.